Unsere Ernährung beeinflusst soziales Entscheidungsverhalten

Forscher der Universitäten Lübeck, München und London haben herausgefunden, dass unsere täglichen Mahlzeiten großen Einfluss darauf haben, wie wir uns in sozialen Situationen entscheiden. Dies zeigen sie in einer aktuellen Studie, deren Ergebnisse in der renommierten Wissenschaftszeitschrift “Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America” (PNAS) veröffentlicht wurden.

Dass wir das Essen zum Überleben brauchen, ist uns allen bewusst. Vielen ist aber nicht klar, dass das Essen neben unserem Energiehaushalt auch viele weitere biochemische Abläufe beeinflusst. Das Verhältnis der Makronährstoffe, die wir zu uns nehmen, steuert unseren Aminosäure-Haushalt, welcher wiederum maßgeblich mitbestimmt, welche Neurotransmitter in unserem Gehirn zur Verfügung stehen.

In zwei unabhängigen Studien konnten die Wissenschaftler zeigen, dass abhängig vom Kohlehydrat- und Proteinanteil im Essen Probanden unterschiedlich auf unfaire Situationen reagieren. Es gab hierbei einen direkten Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Probanden und Veränderungen des Tyrosin-Spiegels. Diese Ergebnisse machen deutlich, dass unsere Ernährung großen Einfluss auf unseren Neurotransmitter Haushalt hat und dieser wiederum unser Verhalten bestimmt.

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Prof. So Young Park
Tel. +49 451 3101 3610
Email: soyoung.park(at)uni-luebeck.de

Publikation: When food dictates your choice, the impact of nutrition on social decision making. Sabrina Strang, Christina Hoeber, Olaf Uhl, Berthold Koletzko, Thomas F. Münte, Hendrik Lehnert, Raymond J. Dolan, Sebastian M. Schmid, and Soyoung Q. Park. PNAS 2017. www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1620245114