LocoTact

Sonderforschungsbereich zur lokalen Wirkung von Schilddrüsenhormonen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat in ihrer Sitzung am 27. Mai 2020 beschlossen, den gemeinsamen Erstantrag für den TransRegio-Sonderforschungsbereich „LocoTact“ der Universitäten Essen und Lübeck sowie der Charité Berlin zu bewilligen und für vier Jahre mit mehr als zehn Millionen Euro zu fördern.

„LocoTact“ widmet sich der Erforschung der lokalen Wirkung von Schilddrüsenhormonen in Gehirn, Herz und Leber. Hier soll vor allem geklärt werden, wie diese drei Organsysteme die Wirkung im Gewebe unabhängig von den Hormonspiegeln im Blut eigenständig regulieren. Auf lange Sicht versprechen sich die Forscher hiervon neue Einblicke, wie man die lokale Schilddrüsenhormonwirkung zur Therapie der Volkskrankheiten Schlaganfall, Herzinfarkt und Fettleber einsetzen könnte.

„Man weiß schon länger, dass Schilddrüsenhormone in Gehirn, Herz und Leber für die Gesundheit vorteilhafte Effekte auslösen können – allerdings müsste man diese lokalen Effekte von den bekannten negativen Effekten einer systemweiten Erhöhung von Schilddrüsenhormonen abgrenzen, um das therapeutisch nutzbar machen zu können. Und genau da setzt LocoTact an: wir wollen verstehen wie die Schilddrüsenhormonwirkung selektiv in einem einzelnen Gewebe reguliert werden kann und später diese Regulation aushebeln oder verstärken“, erklärt der Lübecker Standortsprecher Prof. Dr. Jens Mittag, einer der beiden Direktoren des neugegründeten Instituts für Endokrinologie und Diabetes der Universität.

"Ich freue mich riesig über den Erfolg und finde es großartig, dass die Universität zu Lübeck diesen SFB-Transregio gemeinsam mit Essen und Berlin einwerben konnte", sagte die Präsidentin der Universität, Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach. "Die Freude über diese tolle Leistung ist gepaart mit einem herzlichen Glückwunsch an Professor Mittag und alle beteiligten Wissenschaftler."

Auf Lübecker Seite sind weiterhin Prof. Henrik Oster vom Institut für Neurobiologie, Dr. Anna Göbel und Prof. Thomas Münte aus der Klinik für Neurologie, Dr. Helge-Müller-Fielitz und Prof. Markus Schwaninger aus dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie, sowie Dr. Henriette Kirchner aus der Medizinischen Klinik I als Teilprojektleiter beteiligt. Alle Beteiligten forschen im Center of Brain, Behavior and Metabolism (CBBM), dem neuen Forschungsgebäude der Universität zu Lübeck. Leitende Sprecherin des Sonderforschungsbereichs (SFB/Transregio 296) für die erste Förderperiode ist Prof. Dr. Dagmar Führer-Sakel von der Universität Duisburg-Essen.