Medizinpreis für Markus Schwaninger und Nina Wettschureck


Wissenschaftler der Universität zu Lübeck und des Max-Planck-Instituts in Bad Nauheim für Entdeckung der Wirkweise einer neuen Therapie bei Multipler Sklerose ausgezeichnet


Markus Schwaninger vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität zu Lübeck und Nina Wettschureck vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim haben für ihre Entdeckung des Wirkmechanismus eines neu zur Behandlung der Multiplen Sklerose eingesetzten Medikamentes den mit 10.000 Euro dotierten „Novartis-Preis für therapierelevante pharmakologische Forschung“ erhalten. Die beiden Mediziner erhielten die Auszeichnung am 12. März 2015 im Rahmen der Jahreskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie (DGPT) in Kiel.

Schwaninger und Wettschureck hatten in ihrem Forschungsprojekt den Wirkmechanismus von Dimethylfumarat bei Multipler Sklerose untersucht. Die Substanz ist seit rund einem Jahr für die Basistherapie zugelassen, nachdem ihre Wirksamkeit zuvor in klinischen Studien belegt worden war.

Die beiden Wissenschaftler fanden heraus, dass Dimethylfumarat seine schützende Wirkung über einen bestimmten Rezeptor auf der Oberfläche weißer Blutkörperchen vermittelt. Diese werden dadurch daran gehindert, in das zentrale Nervensystem einzuwandern und dort Nervenzellen anzugreifen. Die in Schwaningers und Wettschurecks Studie gewonnenen Erkenntnisse könnten eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer Therapeutika darstellen. Aus diesem Grund wurden sie nun von der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung ausgezeichnet.

Die Studie wurde durch das EU-Projekt nEUROinflammation (FP7, Nr. 607962) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert (Sonderforschungsbereich TR-128)

Originalpublikation:
Hui Chen, Julian C. Assmann, Antje Krenz, Mahbubur Rahman, Myriam Grimm, Christian M. Karsten, Jörg Köhl, Stefan Offermanns, Nina Wettschureck, Markus Schwaninger: Hydroxycarboxylic acid receptor 2 mediates dimethyl fumarate’s protective effect in EAE. The Journal of Clinical Investigation. doi:10.1172/JCI72151

Links: Nina Wettschureck; Rechts: Markus Schwaninger