Neues konfokales Laser Scanning Mikroskop fürs CBBM

Erfolgreicher DFG Großgeräteantrag des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie

Das Center of Brain Behaviour and Metabolism (CBBM) wird bald durch ein neues Mikroskop bereichert. Prof. Dr. Markus Schwaninger, Leiter des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie konnte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Endokrinologie und Diabetes und der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin erfolgreich eine Förderung von rund 290.000 € der Deutschen Forschungsgemeinschaft für ein neues Großgerät einwerben, das von der Universität mit demselben Betrag co-finanziert wird. Mit dem Fördervolumen wird ein konfokales Laser Scanning Mikroskop beschafft, das sich durch eine moderne spektrale Auftrennung und empfindliche Sensoren auszeichnet. Das Mikroskop wird für Untersuchungen an lebenden Zellen, insbesondere für intrazelluläre Signaltransduktion und die Freisetzung von Neurotransmittern eingesetzt. Betrieben wird das Mikroskop von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie und steht daneben auch dem Institut für Endokrinologie und Diabetes und der Klinik für Anästhesiologie zur Verfügung.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Markus Schwaninger
Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
E-Mail: markus.schwaninger(at)uni-luebeck.de  

Methodenentwicklung:

Isolation und funktionelle Analyse primärer enterischer Neurone

Das enterische Nervensystem (ENS), dass oft auch als „second brain“ bezeichnet wird, ist Teil des autonomen Nervensystems. Es besteht aus einem komplexen Geflecht von Nervenzellen, das nahezu den gesamten Gastrointestinaltrakt durchzieht und weitestgehend unabhängig vom Zentralnervensystem den Nahrungstransport sowie Sekretions- und Absorptionsprozesse koordiniert. Nicht selten lassen sich gastrointestinale Erkrankungen auf Funktionsstörungen enterischer Neurone zurückführen.

Um die mit enterischen Neuronen assoziierten Pathomechanismen zukünftig besser untersuchen und verstehen zu können, haben Wissenschaftler am CBBM eine besonders effiziente Methode zur Gewinnung der Neurone aus dem Gastrointestinaltrakt von Mäusen entwickelt. In der Studie, die im Fachjournal Frontiers in Molecular Neuroscience erschienen ist, charakterisierten die Autor*innen die elektrophysiologischen Eigenschaften isolierter enterischer Neurone und entwickelten Strategien zur Überexpression krankheitsassoziierter Proteine in den Zellen. Die am CBBM entwickelte Methodik erleichtert den experimentellen Zugang zu primären enterischen Neuronen und macht diese Zellen für eine Reihe experimenteller Verfahren wie elektrophysiologische Assays, immunchemische Verfahren, Kalzium-Bildgebung oder einzelzellbasierte OMICS-Technologien verfügbar.

Samuel Kuehs, Laura Teege, Ann-Katrin Hellberg, Christina Stanke, Natja Haag, Ingo Kurth, Robert Blum, Carla Nau, Enrico Leipold (2022) Isolation and transfection of myenteric neurons from mice for patch-clamp applications, Front. Mol. Neurosci., Sec. Pain Mechanisms and Modulators, https://doi.org/10.3389/fnmol.2022.1076187 

Link to the paper: Frontiers | Isolation and transfection of myenteric neurons from mice for patch-clamp applications (frontiersin.org)